Fremd.

Es ist wieder einer der Nachmittage an denen ich mir wünsche nicht Teil dieser Familie zu sein. Aber was heißt hier schon Familie? Bei uns wohl eher nur das, dass 4 Menschen mit dem gleichen Nachnamen und anscheinender Verwandtschaft in einem Haus/unter einem Dach leben. Ähnlichkeiten? Klar gibt es die; aber das ist auch das einzige, wobei man sagen kann, dass wir verwandt sind. Meine so genannten Eltern und ich verstehen uns schon lange nicht mehr. Zwar sagt jeder zu mir, was ich habe, sie seien doch “voll nett”. Ja, zu meinem Besuch sind sie es. Aber zu mir? Sie versuchen es zwar oft, aber versauen es sich um so mehr. Seitdem ich einen Weg in meinem Leben gehe, der denen nicht wirklich passt, kriege ich regelmäßig, mal mehr mal weniger, zu spüren, wie unzufrieden sie mit mir sind. Angefangen bei dem banalsten bis hin zu Kleinigkeiten. Sei es die Tatsache, dass ich mit Vorliebe schwarz trage oder mein Piercing, was ich ohne deren Wissen mit fast 19 Jahren hab machen lassen; all das sind Punkte, die sie immer aufführen, wenn es darum geht, was denen an mir nicht passt. Dazu kommt dann noch die Musik, was in deren Augen keine Musik ist, sondern Totengräbermusik oder Kriegsmusik. Aber wehe ich sage EINMAL was gegen deren Musik!

Achja. Dann gibt es da noch meinen “Bruder”. So heißt es zumindest aus dem Mund meiner “Eltern”. Ich bezweifle es ganz einfach aus dem Grund, weil wir uns zu Null Prozent ähnlich sind. Die Menschen in der Umgebung meinen zwar etwas anderes, aber die kennen weder ihn noch mich. Er lässt keinen Moment aus um jeden Ärger auf mich zu schieben, keine Situation verpasst er, in der er mich ferig machen kann.

»”Sag vier Worte: „Ich will tot sein“

beende dein Leiden, sag:

„Ich will tot sein“ erspar dir deinen Leidensweg, schrei:

„Ich will tot sein“ dies sei dein letzter Wunsch

dann wirst du tot sein«

Aus: Eisblut - Sag: Ich will tot sein

Der Grund für diesen Blog ist die Situation vorhin im Wohnzimmer:

Ich saß mit meinen Eltern und Großeltern auf dem Sofa. Es ist eine Eckcouch. Haben sie heute (19.10.2011) neu bekommen. Mein Bruder kam mit seiner Freundin nach Hause, sie setzte sich zwischen meine Opa und mich, meine Oma stand auf, weil die eigentlich wieder losfahren wollten. Mein Bruder setzte sich dann in das Eck mit den Worten: “Damit ich mich schonmal an meinen Stammplatz für die nächste Woche gewöhnen kann.” Darauf habe ich gesagt, dass er das ruhig machen kann, da ich versuchen werden so oft wie es geht nicht zu Hause zu sein. Meine Oma fragte dann, ob wir noch Kinder seien. Daraufhin ist mein Bruder, anscheindend wegen meiner Aussage, an die Decke gegangen und “sagte” mit lauterer Stimme, was das soll, er sei grade erst reingekommen und darf sich gleich wieder so einen “Scheiß” anhören. Er stand auf, holte seine Sache und fuhr fort, was ich denn für einen Verhalten an den Tag legen würde und ob das meine Art von Dankbarkeit sei, da er mir (angeblich) angeboten habe, die Woche wo “unsere Eltern” nicht da sind zu kochen. Danach war er hörbach auf dem Weg nach oben in sein Zimmer.

Als dann meine Großeltern weg waren und mein Vater dabei war, dass Bild über Sofa abzunehmen um es anschließend umzuhängen, fing er auch an auf mir rumzuhacken - als sei es nicht genug von vier Leuten angemacht zu werden. Er meinte, dass ich mir solche Kommentare/Aussagen wie gerade hinter den Zähnen behalten soll und dass ich mal dankbarer sein sollte. Oder irgendwie sowas - ich habe nicht wirklich zugehört.

Im Endeffekt war ich wieder der, der alles abgekriegt hat, weil ich EINMAL meinen Mund aufgemacht. Und was hat’s gebracht? NICHTS! Dabei ist es gewiss nichts neues, dass mein Bruder und ich uns nicht verstehen. Dazu wissen meine Eltern auch, dass er, wenn sie nicht da sind, IMMER den Chef raushängen lässt. Sie wissen auch, dass ich das überhaupt nicht leiden kann. Und sie wissen auch, dass wir uns genau aus dem Grund immer und immer wieder in den Haaren haben, nur weil der A**** meint, dass er, nur weil er 1 3/4 Jahre älter ist als ich, der Chef zu Hause ist.

Dazu kommt, dass meine Eltern meinem Bruder erstmal alles abkaufen und wenn er sagt, ich würde nie mein Geschirr wegräumen, sie mich sofort anschnauzen. Genau aus dem Grund und noch aus vielen anderen Gründen fühle ich mich mittlerweile in meinem zu Hause, wo ich seit meinem Säuglingsalter wohne, fremd. Mehr als fremd. Ich denke öfter und öfter, ich sei nur Gast hier. Ich wäre zu Besuch. Wie in einem Hotel. Doch jedesmal ist es eine Art Schlag ins Gesicht, ein Stich in mein Herz, wenn ich merke, dass das mein “zu Hause” ist. “Zu Hause” deshalb, weil es für mich nicht mehr mein zu Hause ist. Es ist nicht mehr das Nest in das man zurückkommt.

Doch…wo ist mein zu Hause?

26 Anmerkungen

  1. bauchgedanke hat diesen Eintrag von steffsblog gerebloggt
  2. von steffsblog gepostet
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